Die AirPods Pro 3 sehen auf den ersten Blick fast genauso aus wie ihre Vorgänger. Apple verspricht aber deutlich mehr: besseres Noise Cancelling, neue Sensoren, längere Akkulaufzeit und ein paar neue Features, die das Ganze auf das nächste Level heben sollen.
Ich habe die AirPods Pro der ersten und zweiten Generation über Jahre fast täglich genutzt. Und genau deshalb wollte ich wissen: Sind die AirPods Pro 3 wirklich ein echtes Upgrade — oder hätte man auch einfach bei den AirPods Pro 2 bleiben sollen?
Nach dem Unboxing war ich erst ziemlich euphorisch. Aber jetzt, nach knapp vier Monaten Nutzung, hat sich mein Eindruck deutlich verändert.
Kleiner Hinweis: Ich habe mir die AirPods Pro 1, 2 und 3 selbst gekauft. Dieses Review wird nicht gesponsert.
Unboxing & erste Eindrücke
Beim Unboxing war alles, wie man es von Apple kennt: minimalistisch, hochwertig, sauber verpackt. Das Case sieht auf den ersten Blick fast identisch zu den AirPods Pro 2 aus.
- USB-C ist weiterhin dabei
- Die Öse für ein Lanyard gibt es auch
- Die LED ist jetzt etwas dezenter gelöst
- Neu: Touch-Button auf der Rückseite des Cases statt physischem Knopf
Das klang erstmal modern — in der Praxis hat sich das später als nicht ganz so ideal herausgestellt. Die Kopplung mit dem iPhone ging wie immer in Sekunden. Aufklappen, bestätigen, fertig. Apple kann dieses Setup einfach wie kaum ein anderer Hersteller.
Soweit so gut — bis dahin war ich happy.
Tragekomfort & Passform — mein größter Kritikpunkt
Jetzt kommen wir zu dem Punkt, der für mich im Alltag der wichtigste überhaupt ist: der Tragekomfort.
Nach mehreren Monaten Nutzung kann ich ganz klar sagen: Die AirPods Pro 3 sitzen in meinem Ohr deutlich schlechter als die AirPods Pro 2 oder 1. Sie stehen bei mir spürbar weiter aus dem Ohr heraus, sehen dadurch nicht nur komischer aus, sondern fühlen sich auch weniger bequem an.
Gerade bei längeren Sessions oder beim Sport merke ich das deutlich. Beim Joggen oder bei Bewegung halten sie bei mir auch nicht so gut im Ohr wie die Pro 2. Das hat mich ehrlich gesagt ziemlich überrascht — und auch enttäuscht.
Das ist natürlich sehr individuell. Es kann gut sein, dass sie bei anderen Ohrformen besser sitzen. Aber für meine Ohren sind die AirPods Pro 2 ganz klar die bessere Wahl.
Noise Cancelling & Sound — der klare Lichtblick
Das Noise Cancelling ist ohne Diskussion besser als bei den AirPods Pro 2. Das merkt man sofort. Gerade gleichmäßige Geräusche wie Lüfter, Straßenrauschen oder Umgebungslärm werden nochmal deutlich stärker reduziert.
Das ist für mich auch der einzige Punkt, bei dem ich wirklich einen klaren Mehrwert sehe. Der Sound selbst ist ebenfalls minimal besser geworden, aber nicht in einem Maß, das den Unterschied allein rechtfertigen würde. Das Noise Cancelling sticht deutlich mehr hervor als der Klang.
Wenn ich rein nach ANC bewerten müsste, wären die AirPods Pro 3 klar vorne. Im Alltag relativiert sich dieser Vorteil aber durch den schlechteren Tragekomfort.
Neue Features — sinnvoll oder nett gemeint?
Apple hat einige neue Features eingebaut, die auf dem Papier gut klingen.
Herzfrequenzmessung beim Sport
Das funktioniert grundsätzlich gut und kann für manche Nutzer wirklich praktisch sein. Ich persönlich brauche das nicht, weil ich sowieso eine Apple Watch und zusätzlich noch ein Whoop trage. Für mich eher Nice-to-have als echter Kaufgrund.
Live-Übersetzung
Die Live-Übersetzung ist kein exklusives Feature der Pro 3. Die kommt auch auf die AirPods Pro 2. Damit fällt auch dieses Argument für ein Upgrade weg.
Bessere Akkulaufzeit & Wasserdichtigkeit
Ist nett, aber ehrlich gesagt: Im Alltag hatte ich bei den AirPods Pro 2 nie ein Problem mit dem Akku. Genauso ist die höhere Wasser- und Staubdichtigkeit für mich persönlich kein relevanter Punkt — da waren die Pro 2 völlig ausreichend.
Case & Bedienung — Touch statt Button
Ein Punkt, der mich mehr genervt hat, als ich gedacht hätte, ist der neue Touch-Button auf der Rückseite des Cases.
Der physische Knopf bei den AirPods Pro 2 war einfach zuverlässig. Bei dem Touch-Button musste ich mehrfach neu ansetzen, er hat teilweise nicht so reagiert, wie ich es erwartet habe — bzw. manchmal auch gar nicht.
Das klingt nach einer Kleinigkeit, aber im Alltag summieren sich genau solche Dinge. Und ehrlich gesagt: Das alte System war für mich einfach besser und zuverlässiger.
Fazit — mein ehrliches Urteil nach 4 Monaten
Nach vier Monaten Nutzung ist meine anfängliche Euphorie komplett weg.
Ja, das Noise Cancelling ist deutlich besser. Ja, technisch sind die AirPods Pro 3 ein Schritt nach vorne. Aber:
- Der Tragekomfort ist für mich schlechter
- Sie sitzen nicht so gut im Ohr
- Stehen weiter raus
- Halten beim Sport weniger zuverlässig
Und genau das ist für mich ein K.-o.-Kriterium.
Die meisten neuen Features brauche ich persönlich nicht. Herzfrequenzmessung, längere Akkulaufzeit, bessere Abdichtung — alles nett, aber kein echter Mehrwert für meinen Alltag.
Unterm Strich nutze ich deshalb tatsächlich lieber die AirPods Pro 2. Wenn ich heute nochmal entscheiden müsste, hätte ich das Upgrade nicht gemacht.
Das heißt nicht, dass die AirPods Pro 3 schlecht sind. Aber sie passen für mich einfach schlechter. Vielleicht sehen das Menschen mit anderen Ohrformen ganz anders — bei mir ist es leider nicht so.
Und ganz ehrlich: Ich hätte bei den AirPods Pro 2 bleiben sollen.