Wenn du gerade überlegst, dir die Switch 2 zu kaufen: warte kurz.
Ich habe sie jetzt seit 7 Monaten im Alltag genutzt — zu Hause, unterwegs, alleine und mit Freunden. Und ich kann dir ziemlich klar sagen, ob sie sich für dich lohnt, oder ob du besser noch wartest.
Am Launchday war ich komplett im Hype. Neues Gerät, neues Mario Kart, neues Nintendo-Gefühl. Aber jetzt, nach rund sieben Monaten Nutzung, ist die Euphorie ein gutes Stück nüchterner geworden. Nicht, weil die Konsole schlecht wäre — sondern weil man nach einer gewissen Zeit merkt, wie man sie wirklich nutzt. Oder eben nicht.
Rückblick auf den Launch — warum der erste Eindruck so stark war
Wenn ich an den Launchday zurückdenke, verstehe ich meinen Hype immer noch. Die Switch 2 fühlt sich von der ersten Sekunde an deutlich wertiger an als die alte Switch. Gehäuse, Joy-Cons, Buttons — alles wirkt stabiler, moderner, erwachsener.
Vor allem der Bildschirm hat mich direkt abgeholt. Viele haben sich am Anfang über „kein OLED“ beschwert, aber ganz ehrlich: Im Alltag sieht das Display richtig gut aus. Farben, Helligkeit und Schärfe fühlen sich wie ein klarer Schritt nach vorne an.
Auch die neue Haptik ist spürbar besser. Gerade beim Spielen merkt man, dass Nintendo hier viel nachgeschärft hat.
Und dann der Pro Controller 2: Für mich bis heute eines der besten Dinge an der Switch 2. Ergonomie, Tasten und Material fühlen sich einfach richtig hochwertig an. Rein technisch war ich also sofort überzeugt.
Alltag nach 7 Monaten — Technik überzeugt, Nutzung bleibt aus
Und genau hier kommt der Bruch. Technisch bin ich immer noch begeistert — daran hat sich nichts geändert.
Aber im Alltag habe ich gemerkt: Ich spiele deutlich weniger, als ich erwartet hätte. Das liegt nicht an der Konsole selbst, sondern an dem, was man damit machen kann.
Der Akku ist okay, aber nicht überragend. Für längere Sessions unterwegs hätte ich mir mehr Reserve gewünscht.
Viel entscheidender ist: Die Spieleauswahl hat mich bisher nicht genug gepackt. Ich hatte in den ersten sechs Monaten nach Release mehr erwartet. Mehr exklusive Titel. Mehr Spiele, bei denen man sagt: „Dafür brauche ich die Switch 2.“
Spiele & Inhalte — das eigentliche Problem
Mario Kart World ist richtig gut. Keine Diskussion. Das Spiel macht Spaß, sieht gut aus, läuft super — aktuell der stärkste Titel auf der Switch 2.
Ich habe auch Mario Party Jamboree gespielt — aber das ist kein Switch-2-Exklusivtitel, und genau da liegt das Problem.
Viele Spiele, die ich aktuell spiele, gibt es auch für die Switch 1. Klar, sie sehen auf der Switch 2 besser aus, laufen flüssiger, fühlen sich runder an. Aber das ersetzt keine echten neuen Inhalte.
Und das merkt man im Nutzungsverhalten:
Ich hatte die Switch 2 sogar im Urlaub immer dabei — und trotzdem habe ich weniger gespielt als gedacht. Nicht, weil ich keine Lust hatte, sondern weil mich die Auswahl nicht abgeholt hat.
Auch neue Ankündigungen haben mich bisher nicht richtig begeistert. Das neue Pokémon soll nicht der große Wurf sein — nach allem, was man hört. Deswegen bin ich da gar nicht erst eingestiegen.
Unterm Strich: Die Technik lädt zum Spielen ein — aber die Inhalte nicht.
Zubehör & Controller — hier ist Nintendo richtig stark
Was Nintendo aktuell richtig gut macht, ist das Zubehör.
Das Transport-Case ist für mich ein absolutes Highlight. Super kompakt, sicher, perfekt für Reisen. Gerade weil die Switch 2 schnell verkratzt, gibt es einfach ein gutes Gefühl.
Der Pro Controller 2 bleibt ein echtes Plus — einer der besten Controller, die je gebaut wurden.
Auch Kleinigkeiten wie Displayschutz oder die Verarbeitung des Zubehörs zeigen: Hardware können sie.
Preise & Nintendo-Realität
Was man klar ansprechen muss: Die Preise für Spiele sind teilweise einfach brutal. Nintendo weiß, dass sie sich das erlauben können — und sie tun es.
Und dann gibt es noch Game-Key-Cards — physische Cartridges, die man in die Konsole steckt, um das Spiel dann online runterzuladen.
Ich habe bisher viel digital im eShop gekauft, deshalb hatte ich diese ganze Diskussion nicht stark mitbekommen. Aber die Karten sind so unbeliebt, dass sie teilweise deutlich günstiger angeboten werden. Also kann man so vielleicht günstiger an die Spiele kommen.
Am Ende bleibt trotzdem: Switch 2 plus ein paar Spiele wird einfach eine sehr teure Nummer.
Fazit — für wen lohnt sich die Switch 2 aktuell?
Mein Fazit ist zweigeteilt.
Technisch ist die Switch 2 hervorragend. Display, Controller, Haptik — alles fühlt sich modern und hochwertig an. Da gibt es wenig zu meckern.
Aber: Die Inhalte sind aktuell noch nicht stark genug. Weshalb ich im Alltag meist zur PS5 oder zum Gaming-PC greife. Nicht weil die Switch 2 schlecht ist — sondern weil mir woanders aktuell einfach mehr Spiele geboten werden.
Das kann sich jederzeit ändern. Im März soll ein James-Bond-Spiel kommen, ein neuer Pokémon-Titel ist angekündigt. Vielleicht kommt dann der Umschwung.
Eine Sache bleibt klar:
Wenn ich mit Freunden spiele, ist die Switch 2 mein Favorit. Couch-Gaming, Mario Kart Abende, gemeinsam zocken — das kann Nintendo wie kein anderer.
Wenn du aber alleine spielst und auf viele neue Exklusivtitel hoffst: Warte lieber noch ab, bis die Spieleauswahl stärker wird.